Eine
Zusammenstellung der wichtigsten Begriffe rund ums Wattenmeer
finden Sie hier!
Lebensbedingungen
Die typischen Pflanzen und Tiere des Wattenmeeres haben
sich an besondere Eigenschaften ihrer "Wohnung" angepasst:
regelmäßig gibt es eine kalte, salzige Dusche regelmäßig wird der
Boden wieder trocken damit ändern sich regelmäßig Temperatur und
Salzgehalte und der Boden wird durch Wind und Wasser ständig in
Bewegung gehalten. Das Leben im Wattenmeer ist also anstrengend,
aber abwechslungsreich. Sich mit den besonderen Wohnverhältnissen
zu arrangieren, lohnt sich vor allem deshalb, weil man stets einen
reich gedeckten Tisch vorfindet - denn jede Flut bringt neue Nahrung
heran.
Auf den ersten Blick wirkt das Watt bei Ebbe wie tot. Die meisten
seiner kleinen Bewohner sind dann nämlich nicht zu sehen. Klar:
Sie wollen weder austrocknen noch von der Sonne gebraten noch von
Vögeln gefressen werden und ziehen sich deshalb unter die Oberfläche
zurück. Manche bleiben sicherheitshalber gleich dort unten und
behalten über eine Art Schlauch (Syphon - Muscheln) oder eine selbst
gegrabene Röhre (Wattwurm) Kontakt zur Oberfläche.
Das Versteckspiel klappt natürlich nicht immer, denn die Vögel
im Watt haben großen Appetit und deshalb auch ihre "Tricks".
Jede Art hat eine bestimmte Schnabelform- und Länge entwickelt,
um an die jeweilige Lieblingsspeise zu kommen, mit dem der Boden
durchsiebt oder durchstochert und manch harte Schale geknackt werden
kann. Bis die Flut zurückkommt. Ehe ihnen das Wasser bis zum Halse
steht, ziehen sich die Vögel auf höher gelegene Flächen zurück
und ruhen sich aus - bis die nächste Ebbe den gedeckten Tisch wieder
freigibt.
Die Gezeiten: Ebbe und Flut
Wo ist das Meer bei Ebbe?
Der Mond dreht sich um die Erde. Beide drehen sich gemeinsam
um die Sonne.
Der Mond zieht die Wassermassen der Erde zu sich heran. Immer
an der Stelle der Erde, die dem Mond am nächsten ist, entsteht
so ein "Flutberg".
Mond und Erde rotieren miteinander um einen gemeinsamen Drehpunkt.
An den äußersten Enden dieses Systems aus zwei Himmelskörpern wirken
Fliehkräfte. Dadurch entsteht auf der Seite der Erde, die am weitesten
vom Mond entfernt ist, ein zweiter Flutberg. Darum ist 2x täglich
Ebbe, 2x Flut.
Der Mond dreht sich in 24 Stunden und 50 Minuten einmal um die
Erde und zieht die 2 Flutberge hinter sich her. Darum trifft das
Hochwasser jeden Tag etwa 50 Minuten später ein als am Vortag.
Steht die Sonne auf einer Achse mit Mond und Erde (bei Vollmond
und Neumond), verstärkt sie deren Kräfte: Die Flutberge werden
noch höher – es ist Springflut (Springtide).
Steht die Sonne im rechten Winkel zur Mond-Erde-Achse (Halbmond),
schwächt sie Kraft des Mondes ab: Es ist Nippflut (Nipptide).
Tidenhub
Den unterschiedlichen Wasserstand zwischen Hoch- und Niedrigwasser
bezeichnet man als Tidenhub. An der deutschen Nordseeküste beträgt
er etwa 3,50 Meter.
An der Ostsee ist der Tidenhub kaum bemerkbar, weil sie nur durch
einige Meerengen zwischen dem Festland Verbindung zum offenen Meer
hat.
Gezeiten - so spannend wie gefährlich!
So lange Menschen die Küste besiedeln, so lange führen
sie einen Kampf gegen die Kraft der Nordseefluten. Noch im Februar
1962 kamen allein in Hamburg mehrere Tausend Menschen ums Leben,
nachdem die Deiche der heranrollenden Sturmflut nicht mehr Stand
halten konnten. Heute sind die Deiche so hoch und breit gebaut,
dass die Gefahr gebannt ist.
Aber auch die normale Gezeiten-Flut, also das Auflaufen des Wassers
Richtung Küste, birgt ihre Gefahren. Bei Niedrigwasser lockt das
glitzernde Watt zu einem Spaziergang in die lockende Weite. Gegen
einen Watt-Spaziergang am Strand ist auch nichts einzuwenden. Aber
eine Wanderung weiter hinaus, sollten Sie niemals allein antreten!
Die Wasserrinnen, die das Watt durchziehen (Priele), können sehr
tief sein und haben eine starke Strömung. Und schneller, als man
es sich versieht, kommt die Flut zurück und schneidet den Rückweg
zum Festland ab. Auch können plötzliche Seenebel auftreten, die
jegliche Orientierung verhindern.
Erfahrene Wattführer/innen kennen sich im Watt aus. Sie kennen
die Routen, die Bodenverhältnisse und das Wetter. Sie sind ausgerüstet,
um auch bei unvorhersehbaren Gefahren die Wanderer sicher wieder
an Land zu bekommen. Wenn Sie das Watt ausführlich erkunden wollen,
schließen Sie sich also unbedingt einer geführten Wattwanderung
an! Termine erfahren Sie vor Ort über Aushänge, Infoblätter oder
über die Nationalpark-Häuser und -Zentren.